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Si Tacuisses - Der Rheinland-Pfälzer und seine adeligen Probleme (17.03.2011)
Der Rheinland-Pfälzer ist ein angenehmer, netter, freundlicher und meist auch offener Zeitgenosse, aber auch eine ganz arme Sau - nicht nur, weil er (wie auch der Bayer, Sachse und Schwabe) immer weniger Geld im Beutelchen hat, sondern weil er wieder mal wählen muss. Da wird ohnehin gerne Bundes- und Landespolitik miteinander vermischt und auf allen Ebenen hagelt es für die Christ-Demokraten ja einen Rückschlag nach dem anderen. Heilsbringer Guttenberg, der so jäh, bösartig und total unverdient vernichtet wurde, hinterlässt für die CDU auch in RLP ein Loch, das nicht geklöcknert werden kann. Der Adel im Bund ist weg. Nun hat der Rheinland-Pfälzer ja noch König Kurt hier im Land, wie an anderer Stelle erwähnt, legitimer Nachfolger Ludwigs XIV. Dann gibt's hier im Land noch "Ihro Ahnungslosigkeit" Doris I., die Kronprinzessin, deren Lieblingslied die "Jupitersinfonie" sein soll. Denn sie ist so weit vom ihrem Bereich Bildung entfernt wie der Jupiter von der Sonne. Und neu im Adelskreis ist ja jetzt "Ihro Ex-(Wein)Königin" Julia I., die infizierte - äh personifizierte Zukunft und ehemalige Kammerzofe der Po-Ritze von Aigners Ilse, die wiederum die Hausherrin des Merkel'schen Anuseingangs ist und sich da im heftigen Streit mit der anderen Hausherrin, Guido I., befindet. Um die Verwirrung noch zu steigern und sich selbst ins richtige Licht zu rücken, hat KK zu einem besonderen Mittel gegriffen. Auf einem Werbeplakat der SPD im pfälzischen Waldhambach war das Konterfei des Königs zu sehen und darunter stand folgender Satz zu lesen: "Kurt Beck bei uns." Klingt wie eine Zeile aus dem "Vater unser": Beck bei uns. Beck mit uns. Beck durch uns. Und vergebe uns unsere Sünden. Und mit deinem Geiste. In Ewigkeit. Amen. Vor lauter Guttenberg'schen und Beck'schen Heiländern weiß nun der arme, gemeine Pfälzer nicht mehr, was er tun soll. Zu welcher Seite soll er tendieren? Dabei ist das doch denkbar einfach… Denn Gestalten wie die eines Kurt Beck oder einer Julia Klöckner treiben jeden Wähler, der noch ein letztes Maß nach Charakter, Intelligenz und Verstand, aber keine Bettwäsche in Parteifarben besitzt, direkt in die Arme der größten Anhängerschaft des Landes mit wachsender Zukunftsprognose: der Nicht-Wähler. Gestern Abend habe ich das verbale Geplänkel zwischen KK und Möchtegern-Julia-I. im SWR gesehen. Es war sogar interessanter als ich gedacht hätte - jedoch in den entscheidenden Momenten blieb Julia erneut farblos, reihte nur hohle Phrasen aneinander (z.B. als es zu Beginn um die Frage der Verlängerung der Laufzeiten für die deutschen AKW's ging) und hatte - wie schon vorher - kaum inhaltlich tiefgehende Aussagen zu bieten. Die hatte auch KK nicht, aber gerade zu Beginn konnte König Kurt einige, von Julia sehr schwach ausgeführte und teilweise unüberlegt wirkende Angriffe zu einfach kontern. Und sonst reichte sein überheblich-arrogantes Auftreten aus um Klöckner - obwohl diese heftigst aufgesetzt und unnatürlich wirkend versuchte zu glänzen - jegliche Strahlkraft zu entziehen. Klöckner scheint wirklich davon überzeugt zu sein, dass sie ein besonders gut wirkendes Auftreten hat - ob sie sich aber mal selbst im Spiegel gesehen hat, ge-ra-de, wenn sie ver-su-ch-t zu re-den, was ü-ber-haupt ni-cht ab-ge-hackt ge-wirk-t ha-t… Was halten wir als Fazit aus diesem Fernsehduell fest: Bei meinen Schülern soll ich Sozial-, Methoden- und Kommunikationskompetenz fördern und sie zu einem "mündigen Bürger" im Sinne des Grundgesetzes erziehen. Sieht man sich aber den Auftritt der "Spitzen"- Kandidaten und ihrer parteipolitischen Speichellecker im Anschluss an, dann kann man nur noch zu dem Entschluss kommen, dass es am besten wäre, wenn ich im Mainzer Landtag in den o.g. Disziplinen Nachhilfe geben würde…