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CD-TIPPS
Aktueller Tipp:
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Die Sommerferien 2007 begannen für mich mit einem absoluten Highlight. Am 11.07.2007 kam die US-Band "Gov't Mule" zu einem von nur drei Deutschland-Konzerten ins "Longhorn" nach Stuttgart. Kopf dieser namhaften Band ist der Bluesrock-Gitarrist Warren Hayens, den ich euch mit seiner Band "Gov't Mule" hier vorstellen möchte.
Warren Haynes wurde am 6. April 1960 geboren. Er ist nicht nur ein begnadeter Gitarrenspieler, er kümmert sich auch intensiv um den Nachwuchs und produziert viele Alben. Unter anderem habe ich eine CD der Band "Bloodline" von 1994. Das war eine Schülerband, in der ein gewisser 16-Jähriger Teenager namens Joe Bonamassa mitspielte. Haynes scheint damals schon erkannt zu haben, welches Potential in diesem jungen Mann steckt - sonst hätte er wohl diese CD nicht produziert (was ja bei dem hartumkämpfen Musikmarkt immer ein Risiko ist). Was ich von Joe Bonamassa halte, könnt ihr u.a. beim CD-Tipp von "A New Day Yesterday Live" nachlesen...
Haynes ist Mitglieder der, in Rockfankreisen weltbekannten "Allman Brothers Band". 1994 gründete er seine eigene Band namens "Gov't Mule" um mit dieser Band das Material einzuspielen, was bei den "Allman Brothers" nicht genommen wurde. Und bei "Mule" wird der Bluesrock lebendig! Ich hab mich beraten lassen, was denn "Gov't Mule" überhaupt bedeutet. Und mir wurde gesagt, dass dieser Name zwei Bedeutungen hat: Zum ersten bezeichnen die Amerikaner damit den "Behörden-Scheiß" (government mule), zum anderen ist es "Mississippi-Slang für mächtige Weibshintern" (so der Schlagzeuger der Band, Matt Abts).
"Gov't Mule" steht für geradlinigen, bodenständigen und anspruchsvollen Texasrock erster Güte - und dabei ist Warren Haynes nicht die Leitfigur auf der Bühne, sondern einer unter vielen. Ich habe noch nie einen Sologitarristen erlebt, der sich so zurücknimmt und fast schon schüchtern auf der Bühne agiert wie Warren Hanynes. Er will keinen Rummel, ist ein absoluter "Mannschaftsspieler", stellt sich kein bisschen in den Vordergrund. Das macht ihn so sympathisch!
Das Konzert im "Longhorn" dauerte rund zweieinhalb Stunden. Mir persönlich gefiel das Programm nach der Pause bis zum Ende der Zugabe besser als vorher. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Abmischung nicht ganz stimmte, denn Haynes Gitarre war doch teilweise recht leise und kaum hörbar wegen dem lauten Bass und Schlagzeug. Auf der Aufnahme vom Konzert ist dies jedoch nicht zu bemerken, die Qualität ist sehr gut! Ich finde diese Idee klasse, dass die Band jedes Konzert am Mischpult mitschneidet und man das Konzert komplett einige Tage später gegen eine wirklich faire Gebühr downloaden kann. Ich habe das Konzert Ende Juli bereits aus dem Netz ziehen können (unter der o.g. Adresse) und habe dafür 12,95 $ bezahlt, das dürften also weniger als 10 Euro unterm Strich sein. Für ein ca. 150 Minuten langes Konzert, inkl. einem Booklet und Cover im pdf-Format.
Es wurden viele Songs der neuen CD "High And Mighty" (2006) gespielt, aber besonders die Live-Versionen von "Blind Man In The Dark" und "Mule" haben mir unheimlich gut gefallen. Und man merkte, wie viel Spaß es der Band gemacht hat in Stuttgart vor ausverkauftem Haus auf der Bühne zu stehen. Und diese tolle Stimmung kommt meiner Meinung nach auch auf der Konzertaufnahme rüber. Kennzeichen von Haynes ist eine Gibson Les Paul Gitarre. Die hat einfach ihren eigenen, unverwechselbaren Klang und gehört zu dieser Art von Rockmusik dazu. Und Haynes hat die Les Paul richtig schön krachen lassen bei "Brand New Angel", einem meiner persönlichen Lieblingssongs. Über welche technische Klasse Haynes verfügt, bewies er bei vielen Stücken. Ich bin ja auch ein Fan von Slide-Gitarrenstücken - und das Bottleneck packte Haynes zum Glück auch mehrfach aus (z.B. bei "When The Levee Breaks").
Aber auch stimmlich hat Haynes einiges zu bieten. Er kann schon rauh und rockig singen, aber auch sehr gefühlvoll, wie z.B. bei der tollen Ballade "Sad And Deep As You". Hier kommt auch das Keyboard von Danny Louis, das bei diesem Stück wie eine Hammond-Orgel klingt, zum Einsatz. Und einmal mehr sei es bewiesen - die harten Rocker schreiben die schönsten Balladen!
Bei "Gov't Mule" kommt es, wenn die Band auf der Bühne steht, weniger auf die Show an. Das habe ich oben schon erwähnt, wie zurückhaltend Haynes agiert. Das ist ja der krasse Gegensatz zu den modernen "Pop-Sternchen". Ich habe beim Stöbern im Internet hierzu ein interessantes Zitat von Warren Haynes gefunden. 2005 sagte er in einem Interview: "Britney Spears hat mehr Platten verkauft als Led Zeppelin. Aber frag mal in 20 Jahren nach Britney Spears." (aus: die ZEIT, Nr. 16 vom 14.4.2005). Und damit trifft Warren Haynes den Nagel auf den Kopf. Denn die Art von Rockmusik, die ich gerne höre, ist einfach eine Musik, die die Zeiten überdauern wird. Es muss einfach so sein, dass sich gute Musik von echten Künstlern, die noch ein Instrument beherrschen und wirkliche Virtuosen sind, durchsetzt. Und für gute (Rock-)Musik braucht es nicht mehr als eine Gitarre, einen Bass und ein Schlagzeug - siehe Jimi Hendrix, Rory Gallagher oder Joe Bonamassa.
Wer sich für "Gov't Mule" oder Warren Haynes und deren Texas-/Blues-Rock interessiert, der kann mal in ein Album bei amazon.de hineinhören. Wer viel für wenig Geld will und nicht unbedingt eine CD-Verpackung benötigt, der kann auch alle Konzerte von "Gov't Mule" für wenig Geld im Internet unter Muletracks bestellen. Ein kleiner Nachteil hat aber diese Geschichte - der Onlinekauf ist nur mit Kreditkarte möglich!
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