Buchtipps

Literatur-Tipp

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Das Buch des 1965 geborenen Scott Smith, der in New York als Schriftsteller und Drehbuchautor arbeitet, war kurz bevor ich in den Sommerurlaub geflogen bin, bei "Thalia" in Pirmasens das "Buch des Monats". Ich habe mir den Buchrücken durchgelesen und nach dieser kurzen Inhaltsangabe beschlossen, mir das Buch zu kaufen und in den Urlaub mitzunehmen.

Seit ich 2004 selber dort war, interessiert mich generell alles, was in Mexiko - genauer auf der Halbinsel Yucatan - spielt. Und so konnte ich es kaum erwarten zu lesen, welche Abenteuer Jeff, Amy, Eric und Stacy in Mexiko erwartete. "Die vier Amerikaner faulenzen am Strand von Cancun, als sie einen jungen Deutschen kennen lernen: Matthias. Dessen Bruder ist einer Archäologin in den Dschungel gefolgt und seitdem spurlos verschwunden. Die vier beschließen, Matthias in den Urwald zu begleiten. Doch dieser Ausflug wird für alle ein Weg in die Hölle...". So steht es auf dem Buchrücken.

Was hier allerdings so vollmunding versprochen wird - gerade die Spannung - kann das Buch aber überhaupt nicht halten. Denn "Dickicht" kam mir beim Lesen vor wie das Drehbuch für einen billigen Horrorfilm. Und nichts anderes wird es sein, wenn das Buch verfilmt werden sollte. Denn es ist weniger ein spannender Thriller, wie auf dem Cover behauptet wird, als vielmehr ein teilweise eckliger Horrorroman, in dem viel Blut fließt.

Ich möchte hier nicht alle Details verraten - vielleicht interessiert sich doch der ein oder andere dafür das Buch zu kaufen und zu lesen. Jedoch finde ich es albern, ein Buch zu schreiben, in dem eine "neue Art Killer" vorkommt - aber am Ende wird überhaupt nichts aufgelöst! Es gibt keinen Hinweis, wieso denn jetzt die Geschichte genau so verläuft, wie sie es tut. Es gibt keine Erklärung, wieso das Mayavolk in der Nähe der alten Ruine sich so verhält - und letzten Endes sind auch die teilweise genau gezeichneten Charaktere in ihren Handlungen nicht so logisch, wie der Autor das eigentlich andeutet. Wer das Buch lesen will, soll jetzt wegschauen - am Ende sterben alle. Dass es kein Happy-End gibt, ist bei dieser Geschichte in Ordnung. Aber wie schon erwähnt, dass es keine Lösung gibt und ich als Leser im Dunkeln tappe und die wichtigsten Fragen, die sich mir beim Lesen gestellt haben, nicht gelöst werden - das ist billig, das ist für mich einfach trivial! Denn eigentlich hat "Dickicht" keinen richtigen Schluss. Aber bei Horrorfilmen ist das ja genau so - oft wird keine Lösung angeboten. Vielleicht auch, damit es eine Fortsetzung gibt.

Mir hat das Buch nicht sonderlich gut gefallen, weil ich eigentlich solche Horror-Geschichten nicht mag und es leider auch keinerlei Andeutungen gibt, dass das Buch in diesen Bereich abdrifted. Der Aufdruck "Thriller" ist irreführend und schlicht falsch. Auch wirklich spannend fand ich "Dickicht" nicht. Großes Manko: Es gibt keinen richtigen Höhepunkt in der Geschichte und das Ende ist einfach nur billig und absolut trivial. Wer gerne Horrorstories liest und sich nicht daran stört, dass der Schluss kein richtiger Schluss ist, dem sei das Werk ans Herz gelegt. Allen anderen empfehle ich, die knapp neun Euro für das Taschenbuch besser zu investieren!