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Literatur-Tipp

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Johanna ist ein sehr intelligentes Mädchen, dass im 9. Jahrhundert in einer Zeit lebt, die von Gewalt, Verrat und dem Kampf der Christen gegen die Normannen und die Sarazenen geprägt ist. Johanna erlebt mit, wie ihre Mutter, die eine normannische Heidin ist, von ihrem Mann geschlagen wird. Johannas Vater ist Priester. Auch Johanna wird vom Vater misshandelt. Der Vater will nicht, dass die Tochter Lesen und Schreiben lernt. In der damaligen Zeit war es nicht üblich, ja sogar verboten, dass Frauen gebildet waren. Nur den Männern - und auch hier eher jenen, die später eine Ausbildung als Priester oder Mönch erhalten sollten - sollte eine gewisse Schulbildung nähergebracht werden. Selbst Adlige konnten oft kaum lesen, es war wirklich ein Privileg der Geistlichen. Nachdem der Vater seine Tochter wieder bei einem solchen Teufelswerk (sprich lesen) erwischt hat, schlägt er Johanna fast zu Tode. Daraufhin gibt ihr die Mutter folgenden Rat:

"Du musst aus deinen Fehlern lernen [...] damit dir nicht das gleiche passiert. Wenn du heiratest, gibst du alles auf - nicht nur deinen Körper, auch deinen Stolz, deine Unabhängigkeit, sogar dein Leben. Verstehst du? Verstehst du? [...] Falls du jemals glücklich sein möchtest, dann merk dir meine Worte Tochter: Gib dich niemals einem Mann hin."

Johanna merkt sich diese Worte. Sie kleidet sich von nun an wie ein Mann, lebt und verhält sich wie ein Mann und geht in ein Kloster. Sie lernt sehr schnell, weil sie wissbegierig ist und eben hoch intelligent. Gerade im Bereich der Kräuter- und Heilkunde sammelt sie viele Erfahrungen. Ihre Karriere als Mönch und geistlicher Gelehrter führt sie schließlich bis nach Rom...

Donna Cross schafft es, die Zeitumstände hervorragend zu vermitteln und dem Leser das Gefühl zu geben, dass er mitten im 9. Jahrhundert ist. Sie hat sehr gut und sehr genau für dieses Buch recherchiert, die historischen Fakten stimmen überein - und die Geschichtsforschung geht heute auch davon aus, dass es die "Päpstin Johanna" von 953-955 tatsächlich gegeben haben muss. Ein sehr interessanter, historischer Roman, den ich nur weiterempfehlen kann! Mir hat es sehr viel Spaß bereitet, dieses Buch zu lesen. Wer sich für Geschichte interessiert und das in der Schule und im Schulbuch langweilig findet, der sollte zur "Päpstin" greifen. Denn hier wird Geschichte so lebendig erzählt, dass man sich, wie schon gesagt, wunderbar in die triste und dunkle Welt des frühen Mittelalters einfühlen kann!